Wer sich den Schuh anzieht, dem wird er wohl passen. 

Der Wichtigtuer! 

Ein Mensch, der sich selbst wichtiger nimmt als nötig und im gleichen Schritt allen anderen unterstellt, sie würden selbst nicht wichtig genug sein und ihn, den Wichtigtuer, nicht wichtig genug nehmen.
Zudem zeichnet sich der Wichtigtuer dadurch aus, dass er ei
nen unbedingten Drang zum Erfolg hat.
Erfolg stellt sich bei ihm nicht ein, Erfolg ist der Zweck allen Handelns und um den Erfolg zu erlangen, ist ihm jedes Mittel recht. Den Erfolg, ist er ihm einmal beschieden, braucht er nicht unbedingt, um sich darin zu sonnen (dafür besucht der Wichtigtuer Solarien), sondern vor allem, um ihn anderen unter die Nase zu reiben.
Und: Einmal erreicht, dient ihm der Erfolg zur Rechtfertigung aller seiner Schandtaten (iustificatio a posteriori).

Dass dem Wichtigtuer der Schein heilig ist und sich das Sein erst über den Schein einstellt, erkennt man an dem Heiligenschein, den er stolz durch die Welt trägt.
Schuld ist er an nichts, denn um schuldig zu sein, ist er viel zu wichtig – und außerdem: Sein Erfolg gibt ihm immer Recht.
Es ist ein wasserdichtes Konstrukt, das er gesellschaftliches Leben nennt, gebaut auf dem Fundament maßloser Selbstüberschätzung und Standesdünkel. Sein Überleben garantiert die andauernde Auseinandersetzung mit ihm durch andere.
Man muss sich für ihn interessieren, sonst verliert er seinen Zweck und seine Selbsterfindungsmaschine läuft leer. Um interessant zu bleiben, tut er so ziemlich alles.

Ach und zum Schluß:
Wenn die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen sogar Zwerge schatten :-)
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