BARF - Wie natürlich ist natürlich ?
In den letzten Jahren hat sich die BARF-Idee weltweit lawinenartig verbreitet. Niemand kann die Vorteile der natürlichen Fütterung in Abrede stellen und schon gar nicht den Barfern die Freude daran nehmen. Wen wundert's, dass auch in diesem Bereich ein Markt entdeckt wurde, der bestens floriert, obwohl er im Grunde der artgerechten, natürlichen Fütterung widerspricht. Die während Jahrzehnten etablierte Gewohnheit, die Hunde regelmässig mit abgemessenen Mengen zu füttern, hält sich hartnäckig. Genau so wie die fixe Idee, unbedingt Futterzusätze wie Vitamine und Spurenelemente zu verabreichen. Hier wird ein Pülverchen, dort ein Wässerchen gekauft, damit Fifi um Gotteswillen ja nicht auf einmal an Mangelerscheinungen leidet.
Ein Hund, der viel Fleisch und marktfrisches Gemüse und Obst aus ökologisch guter Herkunft bekommt, wird mehr als ausreichend mit allem Notwendigen versorgt. Jeden Tag kaltgepresstes Oel mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren ist gesünder als künstliche Zusätze. Im Winter öfters Wirz und Sauerkraut, im Frühling Brennesseln und Löwenzahn nützen mehr als eine teure Packung XY aus dem Reformhaus. Nur Krankheiten oder besondere Umstände wie extremer Haarwechsel, Trächtigkeit, Laktation, Jagdtage, stundenlange Wasserarbeit, eisige Kälte, schlechte Verwertung infolge sehr hohen Alters usw. rufen ein Bedürfnis an Nahrungszusätzen nach sich.
Der Hund ist eigentlich ein Allesfresser aber in erster Linie doch ein Fleischfresser. Achten Sie darauf, dass der Anteil Knochen im Verhältnis zum Fleisch mindestens ein Drittel, eher mehr beträgt, da Ihr Toller wahrscheinlich keine ganzen Beutetiere einschliesslich, Fell, Federn und Eingeweide zu fressen kriegt. Lassen Sie ihn natürliche Enzyme aufnehmen, indem Sie ihm ein Stück ungewaschenen (stinkenden) Pansen von Rind, Ziege oder Schaf anbieten. Stören Sie sich nicht daran, wenn er Knochen vergräbt und erst ausgräbt und frisst, wenn die Zersetzung angefangen hat.
Füttern Sie nicht regelmässig gleich viel ! Hunde sind von Natur aus Beutejäger mit unterschiedlichem Erfolg. Nützen Sie die Gelegenheit, wenn Sie Schlachtabfälle bekommen, indem Sie den Hund mit einer doppelten Portion oder mehr verwöhnen. Sie können ihn danach ruhig auch mal einen Tag fasten lassen.
Ein Wort zu Getreide
Einem gesunden Hund schadet Getreide nicht. Am Sonntag Morgen ein Birchermüesli, als Leckerchen selbstgebackene Guetzli oder als Appetitanreger eine Handvoll Cornflakes im Gemüsebrei machen dem Hund Freude, denn mit grosser Wahrscheinlichkeit liebt er solche Gaben heiss. Grundsätzlich rate ich jedoch davon ab, regelmässig Getreide zu füttern. Getreide hat eine Reihe von Nebenerscheinungen:
- Hunde verdauen es schlecht. Wenn schon, sollte es sehr lange eingelegt oder gekocht werden.
- Getreide verursacht Blähungen und unangenehme Gase sowie viel übelriechenden Kot.
- Der grösste Teil aller Allergien bezieht sich auf Getreide.
- Getreide verursacht Ablagerungen in den Gelenken und begünstigt Arthrose.
- Getreide setzt Fett an.
Barfen Sie sorglos
Füttern Sie die schneller zubereitete Mahlzeit dann, wenn Ihnen wenig Zeit zur Verfügung steht. Machen Sie sich kein Gewissen, wenn Sie mal keine Zeit zum Füttern haben.
Es schadet Ihrem Hund nicht, wenn Sie ab und zu Ihre gekochte Mahlzeit mit ihm teilen.
Lassen Sie sich nicht von Futterplänen verwirren, ebensowenig von der Werbung für Zusätze, Sie kochen für Ihre Familie auch nicht mit der Ernährungstabelle in der Hand.
Leben Sie natürlich! Denken Sie natürlich! Füttern Sie natürlich !
Quelle: www.objitoller.ch
